Stille. Ein Luxus.

Es ist mal wieder Sonntag. Ich sitze in der Küche und überlege um 6:45 Uhr an diesem kalten Dezember Sonntag morgen, ob ich wirklich da raus will.

Mein Hund kommt und steckt seine Schnauze in meine Kniekehlen. Sie stupft und drückt. Soll heissen: jetzt zieh endlich die Schuhe an, ich muss mal …


Alles grau in grau – und dann am frühen Morgen da raus …


Zuerst gehe ich unlustig meinen Weg

Fertig gestiefelt und angezogen bin ich dann endlich gegen 7:20 Uhr. Langsam dämmert es und ganz am Horizont knapp über den Bergen sieht man den ersten Schimmer von Helligkeit.

Also los, „wat muss dat muss“. Auf dem Hochplateau hinter unserem Dorf angekommen, schlage ich den gewohnten Weg ein. Schon am Parkplatz registriere ich, dass nicht ein einziges Auto heute so früh hier parkt oder andersrum: keiner ist am Sonntag morgen so doof und geht so früh hier hoch. Mit einem schiefen Seitenblick auf den Hund gehen wir los.

Eine dünne Eisschicht hat sich in der Nacht über den wenigen Schnee gelegt. Der Himmel ist verhangen und kündigt neue Schauer an. Vermutlich Schneeregen. Es ist feucht und klamm. Kurz muss ich mich schütteln und vergrabe meine Hände in den Jackentaschen.

Unlustig gehe ich den Weg – während der Hund fröhlich mal hier mal da schnuppert und auf ein Leckerli wartet, dass ich täglich von ihrem Frühstück abzweige. Ich werfe, sie darf sie dann suchen und aufessen.

Während ich mich allmählich akklimatisiere und mich wohler fühle auf dem Weg, bemerke ich etwas. Ich bleibe stehen, der Hund bleibt ebenfalls stehen und wir hören ins NICHTS.

Was für ein Luxus

So stehen wir am Waldrand. Vor uns liegen die brach und grausweiss daliegenden Kuhweiden, die bis in den November hinein vom Kuhglockengebimmel erfüllt waren.

Ich schliesse ganz bewusst meine Augen und höre genau hin. Aber ich höre nichts. Rein gar nichts. Was für ein Luxus in unserem eng bebauten Mitteleuropa, das immer geschäftig mit Lärm erfüllt ist.

Ich spüre selbst den leisesten Luftzug

Was höre ich in dieser absoluten Stille? Ich höre plötzlich Dinge, die ich sonst überhöre, ganz einfach, weil es dafür zu laut ist. Ich höre das leise rascheln eines trockenen und gefrorenen Blattes an einem Baum, ich spüre intensiv den leichten Luftzug, der an mir vorbei weht. Ich rieche die Kälte, die immer einen ganz bestimmten Geruch hat. Ich höre meinen eigenen Atem und plötzlich rechts im Wald neben mir, das leise Rascheln einer Maus, die sich wohl unter der Decke der trockenen braunen Blättern auf dem Waldboden bewegt.

Ich spüre, wie ich mich entspannter und entspannter fühle und das nur nach 5 Minuten in dieser Stille. Was für ein Luxus!

Gegen den Strom

Probieren Sie das einmal aus. Gehen Sie gegen den „Strom“ der Spaziergänger einmal in den Wald, vielleicht abseits der ausgetretenen Pfade und tun Sie einfach mal nichts.

Der Wald und die Stille werden Ihnen genau das geben, was so rar geworden ist: Absolute Entspannung und dann tiefer FRIEDEN!

Jeannette Akermann

Autorin: Jeannette Akermann / 2018 Vitaltherapeutin/ Resilienz-Trainerin/ Fachperson für Holistische Gesundheit Jeannette Akermann ist ausgebildet und lizensiert für die Trainingsmethode „Erfahrungsbasierte positive Neuroplastizität“,  Dr. Rick Hanson, USA

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